ALLESKÖNNER

Doch, doch von einem Kleintransporter darf man durchaus träumen: Autotutto. Also: das Auto für alles. Denn der Autotutto kommt von Alfa Romeo und ist sicher die schönste Möglichkeit, eine ganze Mannschaft von Fussballer-Junioren zu transportieren.

 

Weshalb sich Alfa Romeo in den 50er Jahren an einen Kleinlaster wagte, ist irgendwie unlogisch, denn es gab ja andere Hersteller, die dieses Segment schon gut abdeckten. Und Alfa hatte null, aber wirklich null Beziehung zu solch einem Gefährt. Aber vielleicht wollten die Ingenieure ja einfach bloss mal zeigen, wie sowas geht.

 

Gut, komplett flache Plattform und deshalb auch eine schöne ebene Packfläche, das war schon einmal etwas. Frontantrieb gab 1954 jetzt auch noch nicht überall (und beim Autotutto zum ersten Mal bei Alfa Romeo), doch dass die Mailänder ihrem Arbeitsgerät dann auch noch eine Einzelradaufhängung rundum mit auf den Weg gaben, das war dann schon sehr aussergewöhnlich. Als Basis-Motorisierung diente ein 2-Zylinder-Kompressor-Diesel von Perkins, doch die wahren Alfisti unter den Kleingewerblern bestellten selbstverständlich die bekannte Doppelnocken-Welle, den 1,3-Liter-Leichtmetall-Motor aus der Giulia. Damit war man auch auf der Autobahn ganz anständig gerüstet gegen so ziemlich alles, was damals in der Mittelklasse antrat.

 

Vorgestellt wurde der Autotutto also 1954 - und gebaut bis 1983. Es gab auch einen1,8-Liter-Diesel, es gab ihn als Lastwagen (Autocarro) und als Kastenwagen (Furgone), am liebsten kaufen ihn die italienische Polizei und die Guardia di Finanza, selbstverständlich wird er auch von Autodelta für den Transport von Teilen und Renn-Mechanikern benutzt. Und irgendwie ist er einfach schöner als andere andern Transporter, more stylish, richtig cool.

 

Photos: Archiv www.radical-mag.com