SELTENER MONOPOSTO

Max Hoffman war die treibende Kraft gewesen hinter dem 300 SL von Mercedes, er hatte den 507 von BMW vorangetrieben, er hatte Porsche in den USA begehrenswert gemacht. Was aber weniger bekannt ist: der ausgewanderte Deutsche, der in den Vereinigten Staaten so viel getan hatte für die deutsche Automobilindustrie, beschäftigte sich auch intensiv mit anderen europäischen Sportwagen. Unter anderem auch mit Alfa Romeo. Dort brachte er 1956 die Idee, dass die Italiener doch für den amerikanischen Markt einen kleinen, leichten Rennwagen produzieren sollten, ganz nah am Serien-Produkt. Dafür gab es genug Kundschaft, das wusste der umtriebige Hoffman spätestens seit seinen Verkaufserfolgen mit Porsche.

 

Das Resultat, das Alfa Romeo sehr schnell liefern konnte, trug den langen Namen 750G Giulietta Spider Sebring. 750G war der letzte Bezeichnung vor der Neucodierung im Jahr 1959, die Giulietta als Spider kennen wir sonst als 750D – und in Sebring ist die schöne Italienerin anscheinend gar nie angetreten. Aber es war ein feines Gerät, der bekannte 1,3 Liter wurde von Conrero mit zwei Weber-40-DCO3-Vergasern und weiteren Verbesserungen auf etwa 120 PS gebracht; ein Renngetriebe mit fünf kurzen Gängen und die Renn-Kupplung verstehen sich von selber. Die Karosse bestand aus Alu, auf Türgriffe wurde verzichtet, das Gewicht überhaupt so weit wie möglich reduziert (Magnesium-Ölwanne, Magnesium-Getriebeblock, etc.), und der Wagen zum Monoposto mit dem kleinen Scheibchen umgebaut. 24 Stück sollen 1956/57 insgesamt entstanden sein, von vier noch existierenden Exemplaren weiss man. Grossartige Erfolge haben die 750G nie erreicht, aber Werksfahrer Consalvo Sanesi trat mit der Giulietta immerhin bei der Targa Florio an, auch beim Giro di Sicilia und schliesslich an der Mille Miglia.

 

Bilder: ©RM Sotheby's